Beschädigte Abwasserleitungen gefährden das Grundwasser und den Geldbeutel

veröffentlicht am 21. Februar 2018

Abwasserleitungen auf privaten Grundstücken können sich zu einer Gefahr für die Umwelt entpuppen, sofern diese eine Undichtigkeit aufweisen. Darüber hinaus können die Schäden an einem Haus durch eine Verstopfung oder ein undichtes Abwasserrohr zu finanziellen Problemen werden beziehungsweise zu aufwändigen und kostenintensiven Sanierungsmaßnahmen führen.

Viele Abwasserrohre von privaten Haushalten sind in einem schlechten Zustand und müssen unbedingt saniert beziehungsweise repariert werden. Das zeigen einige Untersuchungen an mehreren Orten. In Köln wurden zum Beispiel 545 Grundstücke und deren Abwasserrohre untersucht. Davon schnitten 536 mit einem Mangelhaft ab. Eine Studie aus Göttingen zeigt, dass vor allem Leitungen aus der Nachkriegszeit – die zwischen 1950 und 1965 verlegt wurden, besonders oft betroffen sind.

Schwere Folgen für Umwelt und Hausbesitzer

Die Probleme von defekten Abwasserrohren sind zu Beginn nicht erkennbar und richten keinen Schaden für die Privatperson an. Zuerst leidet die Umwelt an den Schäden, denn das gesamte Abwasser landet in der Erde. Da nicht nur abbaubarer Mist im Abwasser landet, sind die Schäden für den Boden und in späterer Folge auch für das Grundwasser erheblich. Medikamente, widerrechtlich entsorgter Abfall und ähnliches landen auf diese Weise im Grundwasser. Ein Umstand der uns alle betrifft und es daher tunlichst zu vermeiden gilt.

Natürlich platzieren sich auf der anderen Seite ebenfalls sehr viele Gegner, die diese Untersuchungen sowie eine angebliche Umweltverschmutzung in Frage stellen. Der umliegende Boden würde Undichtigkeiten zureichend schließen, sodass es zu keiner Umweltverschmutzung kommt, argumentiert Hartmut Hepcke, Lehrstuhlinhaber am Fachbereich Energie, Gebäude und Umwelt der Fachhochschule Münster. Entgegen dieser Argumentation stehen allerdings zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass die Abdichtung nur geringfügig funktioniere. Langfristig ist dieser natürliche Mechanismus unzureichend. Zwar gibt es noch keine wissenschaftliche Bestimmtheit der Grundwasserverschmutzung durch undichte Abwasserrohre, allerdings gibt es bereits Indizien dafür, so das Bundesamt für Umweltschutz.

Nichts desto trotz können in späterer Folge auf die Privatperson finanzielle Schäden zukommen. Durch die ständige Ablagerung im Erdreich, kann das Abwasser irgendwann nicht mehr versickern, weshalb es sich wieder seinen Weg in Richtung Haus bahnt. Durch den Keller tritt das Abwasser schließlich wieder in das Gebäude ein. Böden, Wände und Einrichtungsgegenstände können durch das Abwasser schwer beschädigt werden und somit hohe Sanierungskosten verursachen.

Wie lassen sich Schäden vermeiden?

Um sich vor aufwändigen Sanierungsarbeiten und einem erheblichen finanziellen Schaden zu schützen, gibt es eine einfache und kostengünstige Maßnahme zur Vorbeugung: Die Untersuchung durch einen Kanal- und Abwasserspezialisten wie Rohrreinigung STA. Mit Hilfe einer TV-Kamerauntersuchung werden undichte Stellen ausgemacht. Bei Bedarf werden gefundene Schwachstellen nach Rücksprache mit Ihnen repariert. In den meisten Fällen lassen sich kleinere Schäden einfach mittels des kostengünstigen Inliner-Verfahrens reparieren. Bei großen Schäden müssen meist die gesamten Rohre getauscht werden, weshalb sich eine regelmäßige Untersuchung lohnt.

Verordnungen durch Regierung stoßen auf viel Kritik

Die deutsche Regierungsbehörde ist sich schon seit geraumer Zeit der Umweltbelastung bewusst, weshalb ein “Kanal-TÜV“ eingeführt werden soll. Für Häuser die vor 1965 gebaut wurden und in einem Wasserschutzgebiet liegen, musste eine Überprüfung bis 2015 erfolgen. Je nach Bundesland unterliegt der “Kanal-TÜV“ unterschiedlichen Vorschriften. Diese werden Großteils von den Kommunen festgelegt. Da die Einhaltung der Fristen nicht wirklich strafrechtlich verfolgt wird beziehungsweise kaum Prüfungen durchgeführt werden, verabsäumen viele Eigentümer die Kontrolle. Für Neubauten oder Häuser mit größeren Umbauten gilt allerdings eine Kontrollpflicht durch befähigtes Fachpersonal.

Oftmals wird von einer „Abzocke“ durch die Rohrbau-Branche gesprochen. Darüber hinaus stößt es vielen Besitzern sauer auf, dass sie einfach unter „Generalverdacht“ zur Umweltverschmutzung gestellt werden. Dass defekte Rohrleitungen zu erheblichen finanziellen Schäden für die Grundstücksbesitzer führen können, ist nicht von der Hand zu weisen, weshalb sich eine regelmäßige Kontrolle durchaus lohnt.