Diese Inhaltsstoffe befinden sich im Ab- und Trinkwasser

veröffentlicht am 21. Februar 2018

In Kläranlagen wird unser aller Abwasser von Verunreinigungen befreit und anschließend wieder in Gewässer oder das Grundwasser zurückgeleitet. Doch welche Stoffe stecken eigentlich im Abwasser und können diese eigentlich zur Gänze abgebaut werden?

Um die Frage gleich einmal vorweg zu beantworten: Nein. Nicht alle Inhaltsstoffe, die mit dem Abwasser in die Kläranlagen gelangen, können vollständig gefiltert werden. Vor allem Arzneimittel, die sich ständig weiterentwickeln und neue Wirkstoffe beinhalten, sind für die Gesundheitsämter und die Kläranlagen eine große Herausforderung. Ein ständiger Fortschritt sowie ein kontinuierlicher Ausbau der Anlagen ist daher unerlässlich. Nur um einen Überblick zu bekommen: Das Schmerzmittel Ibuprofen wird in der herkömmlichen Abwasserbehandlung zu 80 Prozent eliminiert, während Röntgenkontrastmittel fast gar nicht gefiltert wird. Aus diesem Grund sollen Medikamente niemals über die Toilette, sondern über Apotheken beziehungsweise den Restmüll entsorgt werden.

Herausragende Qualität des Trinkwassers

Nichts desto trotz weist das Trinkwasser in Deutschland eine sehr hohe Qualität auf. Damit das auch so bleibt, ist das Trinkwasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel der Bundesrepublik. Dafür sorgt sogar die EU, die Ende 2016 eine Klage gegen Deutschland eingereicht hat, weil die Nitratwerte des Grundwassers zu hoch waren. Grund dafür sind der übermäßige Einsatz von Dünger und Gülle auf Äckern.

Gefahrlos trinkbar?

Selbstverständlich gibt es an unserem Trinkwasser nichts auszusetzen, weshalb es bedenkenlos getrunken werden kann. Allerdings gibt es schon seit mehreren Jahren Untersuchungen, die sich mit antibiotikaresistenten Bakterien in Kläranlagen beschäftigen. Da über die Industrie, Haushalte oder Klinken leider Antibiotika-Rückstände ins Abwasser gelangen, können die Kläranlagen zu Brutkästen für Bakterien mit Antibiotikaresistenzen werden. Experten raten daher zu einer speziellen Filterung vor der Ableitung in die Flüsse, wodurch allerdings wieder der Wasserpreis steigt.