Legionellen im Trinkwasser in Ulm

veröffentlicht am 28. Februar 2018

Im Jahr 2010 kam es in Ulm zu einem etwas ungewöhnlichen Zwischenfall. Mehrere Menschen erkrankten an Legionellen, einer besonderen Art von Bakterien, die Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall und Desorientiertheit mit sich bringen. Um die Verbreitung der Bakterien zu verhindern, hat die Bundesrepublik eine Verordnung verabschiedet.

Die Vorfälle in Ulm haben im Jahr 2010 fünf Tote und 64 Infizierte gefordert. Seither stehen die Legionellen sehr weit oben auf der Liste der Bundesbehörden, die eine Ausbreitung der Bakterien natürlich schnellstmöglich verhindern möchten. Um dies zu gewährleisten wurde eine Verordnung verabschiedet, die mit 19.08.2018 in Kraft getreten ist. Die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung sieht vor, dass bessere Hygienemaßnahmen getroffen werden. Unternehmen mit Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen sowie Nassabscheidern sind verpflichtet unterschiedliche Regulierungen umzusetzen, um die Ausbreitung von Legionellen zu vermeiden.

Neue Verordnung des Bundes

Wie bereits erwähnt hat der Bund eine Verordnung verabschiedet, die vor allem als Prävention dienen soll. Durch die Anhebung und die bundesweite Anpassung des Standes der Technik soll die Verbreitung von Legionellen unterbunden werden. Dazu werden Untersuchungspflichten, die Einhaltung von Prüf-und Maßnahmewerten, die Verpflichtung zur Erstellung einer Gefährdungsanalyse sowie die regelmäßige Überwachung durch Sachverständige vorgeschrieben. Je nach Anlage werden unterschiedliche Prüfwerte und die Einhaltung dieser vorgeschrieben. Je nach Konzentration der Legionellen sind zudem entsprechende Maßnahmen festgelegt, um eine Verbreitung zu unterbinden.

Maßnahmen der Endverbraucher notwendig

Auch wenn die neue Verordnung eine strengere Kontrolle vorsieht und damit auch womöglich die Ausbreitung von Legionellen vermindert, so bleibt ein geringes Risiko, dass in den Wasserleitungen der Endverbraucher die Bakterien noch vorherrschend sind. Um die Erreger dort ebenfalls erfolgreich abzutöten gibt es mehrere Möglichkeiten beziehungsweise Methoden.

Regelmäßige Reinigung

Um eine Ansteckung durch Legionellen zu verhindern gilt es die Rohrleitungen regelmäßig zu spülen. Besonders wenn sich bereits Kalkablagerungen bemerkbar machen, ist besondere Vorsicht geboten. Das Vorherrschen von Legionellen ist in einem solchen Fall sehr wahrscheinlich und könnte somit ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Das primäre Problem mit Legionellen ist die lange Stehzeit des Wassers. Genau in jener Zeit ist die Vermehrung der Bakterien besonders hoch. Vor allem, wenn das Wasser eine Temperatur zwischen 30 und 45° Celsius aufweist. Innerhalb dieser Spanne vermehren sich die Bakterien am häufigsten.

Um sich in den eigenen vier Wänden vor Legionellen zu schützen, beziehungsweise sie aus den Leitungen zu spülen, gibt es eine sehr effektive Methode: Wenn Sie beispielsweise im Urlaub waren und das Wasser in den Leitungen gestanden ist, spülen Sie die Leitungen mindestens fünf Minuten voll aufgedreht durch. Am Besten zuerst mit kaltem Wasser und anschließend mit heißem Wasser. Letzteres ist besonders wichtig, da sich die Legionellen ab 50°C nicht mehr vermehren können und schließlich ab 60°C abgetötet werden. Eine sehr gute Alternative sind Armaturen, die das Durchspülen von selbst durchführen.

Der Profi machts besonders gründlich

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen und die allgemeine Trinkwasserqualität zu verbessern, sollten Sie in regelmäßigen Abständen einen Profi mit der Reinigung der Rohrleitungen beauftragen. Mit Hilfe von speziellen Methoden sowie professionellem Gerät rücken die Experten diversen Verschmutzungen und Ablagerungen zu Leibe. Durch eine umfassende Rohrreinigung können Sie nicht nur Ihr Gewissen beruhigen, sie gewährleistet zudem auch noch eine Steigerung der Qualität des Trinkwassers beziehungsweise verbessert den Geschmack.