Trinkwasser: Filteranlagen für zuhause – sinnvoll?

veröffentlicht am 25. April 2018

Menschen machen sich über die Lebensmittel, die sie zu sich nehmen, sehr viele Gedanken. Dieses Denken machen sich viele Hersteller und Unternehmen zu Nutze – zum Teil auch mit negativen Absichten. Ein sehr umstrittenes Thema in dieser Hinsicht sind sogenannte Trinkwasserfilteranlagen. Wir möchten hier klären, ob diese Filteranlagen überhaupt sinnvoll sind.

Kein anderes Lebensmittel wird so penibel kontrolliert wie das Trinkwasser. Aus diesem Grund macht eine zusätzliche „Aufbereitung“ in den eigenen vier Wänden nur bedingt Sinn. In vielen Fällen kann sie sogar zur Verschlechterung der Trinkwasserqualität führen.

Unterschiedliche Filterverfahren

Prinzipiell gilt es die unterschiedlichen Filteranlagen zu unterschieden, denn verschiedene Verfahren sorgen für die Filterung unterschiedlicher Inhaltsstoffe.

Aktivkohlefilter zum Beispiel haben die Eigenschaft organische Wasserinhaltsstoffe zurückzuhalten. Allerdings lassen sich mittels dieses Verfahrens Schwermetall-Ionen (Nitrat, Kalk, etc.) nicht herausfiltern. Darüber hinaus müssen die Filter einer ständigen Wartung und Kontrolle unterzogen werden, ansonsten können die Stoffe konzentriert wieder ins Wasser gelangen. Ist die Anlage länger nicht mehr in Betrieb gewesen oder steht das Wasser im Behälter, besteht die Gefahr, dass sich die Keime im Wasser vermehren, da Aktivkohle einen perfekten Nährboden für Mikroorganismen bietet.

Viele Filteranlagen vertrauen auf das Prinzip des Ionenaustauschs. Wie der Name bereits nahelegt werden mit dessen Hilfe Ionen ausgetauscht. Diese Methode kommt vor allem bei hartem Wasser zum Einsatz. Der Nachteil ist hier ebenfalls die ständige Wartung. Ist der Austauscher voll, können die zurückgehaltenen Ionen wieder ins Wasser gelangen. Die ständige Wartung kann zudem kostspielig werden.

Eine sehr hohe Trinkwasserqualität wird mit Hilfe des Membran- Umkehrosmose-Verfahren erreicht. Hierbei wird das Wasser unter sehr hohem Druck durch eine sehr enge Membran gedrückt, welche sämtliche Inhaltsstoffe filtert. Laboratorien und Unternehmen in der Raumfahrt vertrauen auf dieses Prinzip. Allerdings ist dieses Verfahren besonders energieintensiv, denn für nur einen Liter des aufbereiteten Wassers werden drei Liter Trinkwasser benötigt. Darüber hinaus ist die Membran wartungsintensiv und muss ständig getauscht werden.

Mikrofilteranlagen halten zwar sehr viele Bakterien zurück, können allerdings ebenfalls keine Nitrate, Pestizide oder Chlor aufhalten. Darüber hinaus wird für diese Aufbereitungsanlage ein Wasserdruck von mindestens zwei bar benötigt.

Die Destillation von Wasser hat sich als Möglichkeit zur Wasseraufbereitung bewährt. Dabei wird das Wasser auf 100 Grad Celsius erhitzt und anschließend über eine Brücke in ein anderes Gefäß gefördert. Dabei sollen Schadstoffe in dem Ausgangsgefäß zurückbleiben. Stoffe mit niedrigem Siedepunkt werden allerdings nicht zurückgehalten, weshalb die Methode klare Schwächen aufweist. Darüber hinaus hat sie einen hohen Energieverbrauch zur Folge.

Aufbereitungsanlagen bringen keinen Vorteil

Zahlreiche Studien belegen, dass separate Filteranlagen zur Aufbereitung des Trinkwassers keinen messbaren Vorteil bringen. Teilweise ist sogar das Gegenteil der Fall. Durch die Nichteinhaltung von Serviceintervallen oder einer nicht funktionstüchtigen Filteranlage kann die Qualität des Trinkwassers sogar deutlich verschlechtert werden.