Wie funktioniert eigentlich eine Kläranlage?

veröffentlicht am 15. Mai 2018

Eine Kläranlage hat eine wichtige Funktion im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Wie funktioniert eine solche Einrichtung allerdings beziehungsweise wie reinigt die Kläranlage das Schmutzwasser eigentlich?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie aus dem Schmutzwasser wieder reines Trinkwasser wird? Dafür ist die Kläranlage mit unterschiedlichen Becken und Verfahren verantwortlich, die dafür sorgt, dass das Schmutzwasser wieder gereinigt in die Umwelt geleitet wird.

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Funktionsweise Kläranlagen – Schritt 1: mechanische Reinigung

Die mechanische Vorreinigung wird zu Beginn via Schotterfang oder Rechen abgewickelt. Sie entfernt Laub, Steine sowie große Hygieneartikel. Jene Artikel werden anschließend gewaschen, gepresst, verbrannt, kompostiert oder auf einer Deponie gelagert. Anschließend geht es für das Abwasser in den Sandfang, der Steine, Kies oder Glassplitter entfernt. Als letzten Schritt der mechanischen Reinigung gibt es das Vorklärbecken, welches via Sedimentation feine organische Stoffe entfernt. Dazu wird die Fließgeschwindigkeit deutlich verringert. Fäkalien oder Papier wird auf diese Weise aus dem Abwasser gefiltert. Etwa 30 Prozent der organischen Stoffe lassen sich bereits über diesen Vorgang entfernen.

Funktionsweise Kläranlagen – Schritt 2: biologische Reinigung

Mithilfe von Sauerstoff werden in diesem Arbeitsschritt Bakterien und andere Mikroorganismen abgebaut. Dazu werden mittels unterschiedlicher Verfahren Kohlenstoffverbindungen aus dem Abwasser gelöst und in Sauerstoff umgewandelt. Im Nachklärbecken wird der überflüssige Belebtschlamm, der nicht ins Belebungsbecken zurückgeführt wird, abgeschöpft. Diese kommen in den meisten Fällen in sogenannte Faultürme, wo die thermische Abwärme beispielsweise für die Energiegewinnung genutzt wird.

Funktionsweise Kläranlagen – Schritt 3: chemische Reinigung

Dieser Schritt wird für die Entfernung von Phosphor genutzt. So wird die Eutrophierung der Gewässer verhindert. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass der Nährstoffgehalt der natürlichen Gewässer, in welches das gereinigte Wasser geleitet wird, nicht zu hoch ausfällt. Das Entfernen wird meist in Schlammform, durch die Zugabe spezieller Salze, bewerkstelligt. Kläranlagen mit industriellem Schwerpunkt sorgen in diesem Schritt auch noch für die Entfernung problematischer Stoffe wie Schwermetalle oder Salze.

Problematiken bei Kläranlagen

Trotz ständiger Weiterentwicklung und der Erprobung neuer Methoden sind eine Vielzahl an Inhaltsstoffen sowie deren Mutationen nur sehr aufwendig beziehungsweise schwer zu filtern. Vor allem die Inhaltsstoffe von Medikamenten gestalten die Filterung immer schwieriger. Zumal auch die Bakterien im Abwasser oftmals mutiert sind und nicht hundertprozentig auf die Reinigungsmethoden ansprechen.

Aktiver Umweltschutz

Die Reinigung des Abwassers ist in gewisser Weise aktiver Umweltschutz. Durch die Filterung von gefährlichen Inhaltsstoffen werden diese von der Umwelt ferngehalten. Darüber hinaus sorgt die Rückleitung des gereinigten Wassers für einen gesunden Grundwasserspiegel sowie natürliche Klimabedingungen.